Navigation überspringen Sitemap anzeigen

Unternehmerlohn: Was du dir als Selbstständiger wirklich zahlen solltest

Frag mal zehn Selbstständige, wie viel sie sich im Monat zahlen. Die Hälfte sagt: „Kommt drauf an, was übrig bleibt." Die andere Hälfte zögert kurz und sagt dann ungefähr das Gleiche, nur in anderen Worten.

Das ist das Grundproblem. Wer sich zahlt, was übrig bleibt, zahlt sich immer zu wenig. Oder zu viel. Beides ist schlecht.

Was ist ein Unternehmerlohn?

Dein Unternehmerlohn ist das Gehalt, das du dir aus deinem Business zahlst. Nicht alles, was reinkommt. Sondern ein fester Betrag, der deinen Lebensstandard deckt und mit dem du verlässlich planen kannst. Wie ein Angestellter sein Gehalt bekommt, zahlst du dir deins. Nur dass du es selbst festlegst.

Die Faustregel: maximal 45 Prozent vom Umsatz

Es gibt verschiedene Modelle, aber eine Orientierung hat sich in meiner Arbeit bewährt: Dein Unternehmerlohn sollte maximal 45 Prozent deines Umsatzes betragen. Klingt wenig? Schauen wir, warum.

Nehmen wir 150.000 Euro Umsatz im Jahr. Davon gehen ab: Steuern und Abgaben rund 25 bis 30 Prozent, Betriebskosten rund 10 bis 15 Prozent, Rücklage und Vermögensaufbau rund 10 Prozent. Bleiben etwa 45 bis 55 Prozent für deinen Unternehmerlohn. Wer am oberen Rand lebt, dem bleibt wenig für Vermögen. Wer bei 45 Prozent bleibt, hat Spielraum. Und genau dieser Spielraum ist der Unterschied zwischen „ich verdiene gut" und „ich baue Vermögen auf".

Warum das so schwerfällt

Weil es sich wie Verzicht anfühlt. Du machst Umsatz, du siehst das Geld, und dann sollst du dir sagen: Davon nehme ich nur 45 Prozent? Fühlt sich falsch an. Aber genau das unterscheidet den Unternehmer vom Selbstständigen. Der Unternehmer zahlt sich ein Gehalt. Der Selbstständige nimmt, was übrig bleibt. Das eine baut Vermögen auf. Das andere hält dich auf der Stelle.

Wie du deinen Unternehmerlohn festlegst

Schritt 1: Rechne aus, was du zum Leben brauchst. Nicht was du willst, sondern was du brauchst. Miete, Versicherungen, Lebensmittel, Mobilität, Familie.

Schritt 2: Prüfe, ob dieser Betrag bei maximal 45 Prozent deines aktuellen Umsatzes liegt.

Schritt 3: Wenn ja, leg ihn als festes monatliches Gehalt fest. Wenn nein, weißt du, woran du arbeiten musst: Umsatz erhöhen oder Kosten senken.

Schritt 4: Richte ein separates Konto ein, von dem dein Unternehmerlohn abgeht. Automatisch. Am Ersten des Monats.

Es ist einfach. Aber genau deshalb machen es so wenige.

Du willst wissen, wo dein Geld versickert?  Mach den kostenlosen Standort-Check.

„Noch nicht bereit für den Check? Hol dir den wöchentlichen Newsletter – zwei Minuten, jede Woche ein konkreter Schritt."

Heiko Stahnke

Der Autor

Business-Mentor für Selbstständige. Über 20 Jahre Finanzen und Vertrieb, mehr als 60.000 Abschlüsse – und die eigene Erfahrung, dass guter Umsatz allein noch kein Vermögen macht. Heute gibt er genau das System weiter, das bei ihm selbst funktioniert hat: ehrlich, bodenständig, ohne Guru-Gehabe.

Zum Seitenanfang